Veteranenfreunde St. Leon e.V.


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Aktuelles
         

Weihnachtsfeier abgesagt!

  
Liebe Mitglieder und Freunde des Vereins,

zur Zeit gilt für unser Ländle die Alarmstufe II, d.h. 2G+. Im Klartext bedeutet das: Auch Geimpfte und Genesene müssen zusätzlich einen negativen Antigen- oder PCR-Test vorlegen. Dabei kann es passieren, dass auch Geimpfte durch falsche Ergebnisse als Infizierte eingestuft werden; wie es danach weitergeht, kann ich nicht beurteilen.

 Die sog. epidemische Lage soll aber in Kürze bundesweit festgesetzt werden. Was man darüber liest, ist teils chaotisch und dient in keiner Weise einer Planungssicherheit. Hinzu kommt noch die Eigendynamik des Virus selbst, die nur schwer oder überhaupt nicht vorhersagbar ist.

Von Uli habe ich soeben die Nachricht bekommen, dass die südafrikanische Variante bereits bei uns in Europa angekommen ist, mit Wucht in Holland. Sie hat 32 Mutationen und stellt die englische Deltavariante weit in den Schatten! Auch lese ich ständig von Abmeldungen seitens der Gastronomie und der Vereine aufgrund der aktuellen Situation.

 So leid es mir tut, wir können den Harres nicht bis zum Schluss hinhalten in der vagen Hoffnung auf eine Entschärfung, und ich denke, dass er sich in diese Richtung die gleichen Gedanken macht über uns.

 All das zusammen genommen lässt nur noch eine Entscheidung zu: Wir müssen auch dieses Jahr wieder auf unser Weihnachtsfest verzichten!

 Ich wünsche euch trotz aller Widrigkeiten eine besinnliche und friedvolle Adventszeit!

Edmund Schmitt

Veteranenfreunde St. Leon e.V.

   


     

In seinem Museum präsentiert Horst Schultz 200 Jahre Mobilität

  

Liebe Mitglieder und Freunde des Vereins,

 wir leben in einer Gegend, in der es vielfältige Angebote an technischen Museen gibt, aber nur eines spannt so konsequent den Bogen zu Lösungen für die Zukunft, wie das “Museum Autovision” von Horst Schultz. Diese Visionen sind heute aktueller denn je, und so verwundert es nicht, dass Horst seine Schöpfung nicht in erster Linie als ein Oldtimer-Museum verstanden wissen will. Letztendlich bestimmt das der interessierte Besucher aber selbst, und Horst möge es uns nachsehen, daß wir als Oldtimerfreunde erst mal gerne zurückblicken und uns an den aufwändig aufbereiteten historischen Fahrzeugen erfreuen.

Es soll ja immer noch Leute in der Region geben, die dieses Museum nicht kennen – bleibt nun zu hoffen, dass sich mit folgendem Artikel in der Rhein-Neckar-Zeitung ihre Zahl deutlich vermindert!

Edmund Schmitt

 

RNZ vom 3. September 2021

    


Nach drei Jahren wieder ein

Picknick auf dem Letzenberg

(21. August 2021)

  

Dank an alle, die organisiert und mitgeholfen haben: Helga, Gabi, Katharina, Uli, Alexander und... !

     

   

 

   

 

 

  

     

 

  

    

Mit Abstand ein gelungener Ausflug

Tagestour in den Schwarzwald

(6. September 2020)

       

Foto: Willi

Busreisen in Corona-Zeiten sind naturgemäß nicht garantiert risikofrei, aber dieser Umstand trifft auch immer dann zu, wenn wir das häusliche Umfeld verlassen. Ganz darauf zu verzichten, aus den eigenen vier Wänden herauszukommen und mit Vereinsfreunden etwas zu unternehmen würde das Leben aber doch recht freudlos machen.

Das sagte sich auch unser 1. Vorsitzender Edmund Schmitt und organisierte für Sonntag, den 6. September 2020 kurzerhand einen gemeinsamen Tagesausflug in den mittleren Schwarzwald. Der Bus wurde vor der Fahrt ebenso desinfiziert wie die Hände eines jeden der 22 Reiseteilnehmer beim Einsteigen; bei solch kleiner Gruppe war es dann auch kein Problem, im Bus auf Abstand zu gehen und so das Risiko zu minimieren, zumal auf der Fahrt jeder seine Mund- und Nasen-Maske trug.

Erster Haltepunkt nach der Abfahrt am Harres war "Breig’s Motorrad- u. Blechspielzeugmuseum" in Zell am Harmersbach, das seit 2015 auf über 900 Quadratmetern Ausstellungsfläche eine einzigartige Gesamtschau vieler Meilensteine aus der Motorradgeschichte präsentiert. Walter Breig, seit 60 Jahren passionierter Sammler von altehrwürdigen Zweirad-Maschinen, der Macher dieses beeindruckenden Museums, hat wertvolle Original-Krafträder aus den letzten neun Jahrzehnten meisterlich und liebevoll in Stand gesetzt. Beim Anblick der über 80 historischen Motorräder der Marken Adler, BMW, Kreidler, NSU, Zündapp u.a. muss jedes Motorradfahrer- und Sammlerherz höher schlagen, lässt sich so doch der Zeitgeist der motorisierten Zweiräder wieder hautnah nacherleben: ("Nie mehr laufen, Quickly kaufen!").

 Besonders gut gefiel uns auch die zweite Abteilung des Museums, die eine großartige Sammlung von Blechspielzeug darbietet: Über 2000 Exponate sind aufgereiht in mehr als 80 mannshohen Vitrinen - vor allem natürlich aus dem Bereich der Motorik: Spielzeugautos, -motorräder, -kutschen und -lokomotiven, daneben aber auch z. B. Puppenstuben oder historische Miniatur-Klassenzimmer geben einen Überblick über die Kulturgeschichte des Spielzeugs. Unser Prädikat für das Museum: auf jeden Fall besuchenswert.

Durch die reizende Landschaft des Kinzigtals ging die Fahrt bei recht schönem Wetter (trotz nicht so berauschender Vorhersage) weiter zum alten Flößerstädtchen Wolfach, wo wir getrennt in kleinen Gruppen Mittagspause machten; in verschiedenen Lokalen mit Außenbewirtung entlang der verkehrsberuhigten Hauptstraße ließ sich nicht nur die Mahlzeit beschaulich ein-, sondern auch das schöne Ortsbild mit seinen stattlichen Fachwerkhäusern und dem historischen Rathaus betrachtend aufnehmen.

   

Foto: Helga

Über pittoreske Schwarzwaldorte wie Schiltach, Schenkenzell, Alpirsbach - auch schnelle Blicke im Vorbeifahren lohnen sich - führte uns die Reise weiter zur nächsten Station, von der die wenigsten schon etwas gehört hatten: nach Glatt nämlich, einem Ortsteil von Sulz am Neckar am östlichen Rand des Schwarzwalds. Hier schmiegt sich im gleichnamigen Tal ein viertürmiges Wasserschloss an den kleinen Ort an, eines der ältesten Renaissance-Schlösser Süddeutschlands. Heute birgt die bestens erhaltene Schlossanlage ein Kultur- und Museumszentrum, das im Hauptgebäude und in der ehemaligen Zehntscheuer insgesamt vier museale Einrichtungen beherbergt: Die Exponate im Schlossmuseum veranschaulichen die Geschichte der ehemals hohenzollerischen Herrschaft Glatt, ein Bauernmuseum stellt bäuerliches und dorfhandwerkliches Kulturgut aus, das Adelsmuseum dokumentiert die Geschichte des Adels am oberen Neckar und präsentiert eine umfangreiche Rüstungs- und Waffensammlung, und schließlich rundet eine Galerie regionaler Kunst das Kulturangebot ab: Reichlich Gelegenheit also zum Beschauen, aber auch zum Verweilen inmitten eines wirklich attraktiven historischen Ambiente. Im Schlosshof luden gleich zwei Cafés zu Kaffee und riesigen Stücken Schwarzwälder Kirschtorte, die allerdings auch eine Unzahl von Wespen anlockten. Wer Lust hatte, konnte sich stattdessen auch im malerisch naturbelassenen Schlosspark ergehen und eine uralte Linde mit sieben Metern Stammumfang bestaunen.

 Abschlussort einer gelungenen Tagesfahrt war zu guter Letzt Dornstetten, ein mittelalterlich anmutendes Städtchen, dessen Kern ein sehenswertes Ensemble aus barocken Fachwerkbauten, historischem Marktplatz, Brunnen und Kirche bietet.

 Über Horb, Calw und Pforzheim ging's dann nach einem schönen und erlebnisreichen Tag nach Hause. Verdienter Applaus am Ende für den Busfahrer und vor allem für Edmund, dessen Vorbereitung, Organisation und Zeitplanung mal wieder ans Perfekte grenzte...

(Veröffentlicht im Mitteilungsblatt St. Leon-Rot vom 17.09.2020)

 

Bilder sind online: Helga (48), Willi (18)

  


     

Bugatti-Prachtband unseres Clubmitglieds Horst Schultz
  

Bildquelle: Museum Autovision

  

Der Name Bugatti stand nie für Produkte von der Stange, ganz im Gegenteil: Technischer Aufwand und folglich entsprechender Preis wurde von den Käufern gefordert, bewundert und akzeptiert. Einen Bugatti zu erwerben ist für die meisten unerschwinglich, diesen Prachtband kann sich dagegen jeder leisten. So kann der Leser nicht nur alle Modellreihen dieser Kunstwerke auf Rädern bewundern, sondern lernt auch noch die spannende Geschichte dieses noblen Hauses kennen und kann in aller Ruhe und jederzeit dieses umfassende Werk Seite für Seite genießen. Eines ist garantiert: So viel Auto in einem Buch sieht man selten.

 Es ist erstaunlich, was Horst hier geleistet hat; man spürt förmlich seine Begeisterung für diese Automarke. Einen Anlass, diesen Prachtband für sich oder als Geschenk zu erwerben gibt es bekanntlich ja immer...
 Edmund Schmitt

  

Buchdaten: Horst Schultz: Die Jean Bugatti Story. Eine Dokumentation. Großformat 30 x 21 cm, 319 Seiten, 1,7 kg schwer, durchgehend (überwiegend farbig) bebildert. Preis: 94,50 €.

  

Das Buch kann über die Museums-Homepage www.museum-autovision.de oder direkt im Museum erworben werden.

 


    
Weihnachtsfeier 2019

Fotogalerie (Helga, 23 Bilder)

 

       


         

„Dreierlei“-Ausfahrt

der Oldtimerfreunde aus St. Leon, Wiesloch und Heidelberg

  Sonntag, 30. Juni, 9 Uhr früh. Sonne, strahlend blauer Himmel. Ideal also für eine Oldtimerausfahrt. Noch ist es herrlich sommerlich-frisch. Aber der Wetterdienst hat den heißesten Tag des Jahres prognostiziert. Auf dem schattigen Parkplatz beim Harres haben sich vier Dutzend Veteranenfreunde und –freundinnen samt ihren gepflegten und gehegten „Schätzchen“ eingefunden; denn heute  ist es wieder so weit: Die  alljährliche „Dreierlei“-Ausfahrt, vor Jahren von den drei befreundeten Oldtimer-Vereinen aus der Region ins Leben gerufen, steht auf dem Programm. Turnusgemäß lag und liegt in diesem Jahr die Zuständigkeit für Planung und Durchführung bei den Veteranenfreunden St. Leon.

    

  

Vor dem Start (Foto: Helga)

  

  Uli, unser Cheforganisator, begrüßt die Teilnehmer, weist als Mediziner speziell die Cabrio-Fahrer auf die Gefahren der Sonneneinstrahlung bei offenem Verdeck hin und verteilt den Streckenplan. Die Streckenführung orientiert sich dieses Mal an schönen Landschafts- und malerischen Ortsbildern des vorderen Kraichgaus. Und los geht’s in die langsam aufkommende Hitze hinein.

   

 

Sektempfang auf dem Flugplatz Malsch (Foto: Helga)

   

  Auf Nebenstraßen führt die erste Etappe über Rauenberg, Rotenberg und Mühlhausen nach Rettigheim und zum Schluss über Wirtschaftswege auf das Flugplatzgelände von Malsch. Mit freundlichem Einverständnis der Flugsportgemeinschaft Letzenberg Malsch wird hier die erste Pause eingelegt. Flugs sind Tische und Bänke hergerichtet; bei Sekt (für die Beifahrer!), Saft, Mineralwasser, Butterbrezeln und Elisabeths selbst gebackenen Hörnchen lassen sich Benzin- und sonstige Gespräche besser führen. Der Flugzeughangar wird für uns geöffnet; wer will, kann einen Blick auf die Segelflugzeuge und eine Kunstflugmaschine werfen und sich fachmännisch übers Fliegen informieren lassen.

  Nach geraumer Zeit zieht die Karawane weiter - abseits von Autobahn und Schnellstraßen durch sommerliche Kraichgau-Landschaften und sonntäglich-verschlafene Dörfer. Nach Tairnbach, Balzfeld und Hoffenheim nehmen wir das nächste Ziel und damit den Höhepunkt der Ausfahrt ins Visier: das Privatmuseum Philipp in Sinsheim, ein wahres Eldorado für Motorbegeisterte und Sammler im Allgemeinen. Im Hof des ehemaligen Autohauses erwartet uns nicht nur der Besitzer persönlich, der sein Museum nur für Gruppen nach vorheriger Terminabsprache öffnet, sondern auch eine auf der Retro-Classics in Stuttgart erstandene Original-Aral-Tankstelle aus den 1950er Jahren mit allem Drum und Dran - von der Zapfsäule bis zum Verkaufsraum. Damit ist das Signal gesetzt zu einer außergewöhnlichen Führung: Auf zweitausend Quadratmetern erwartet uns eine unglaubliche Sammlung von technikhistorischen Kulturgütern, die Klaus Philipp im Lauf von Jahrzehnten zusammengetragen hat: Neben 75 Autos, 150 Motorrädern, 200 Fahrrädern, vielen großen und kleinen Automodellen und Kindertretautos aus verschiedenen Zeiten füllen Dekoartikel, Emailschilder, Musikboxen, Radios, Fotoapparate, Bierseidel, Werkzeuge, Möbel und vieles mehr aus den 50er und 60er Jahren die drei Hallen bis auf den letzten Winkel. Am Ende der Besichtigung bleibt nur, von den Eindrücken auf dieser Zeitreise von 1910 bis 1990 schier erschlagen, erschöpft im Gästebuch zu blättern und die begeisterten Kommentare zu registrieren. À propos: Das Fernsehen war auch schon da…

   

 

Ein Eldorado für Sammler: Privatmuseum Philipp in Sinsheim (Foto: Fahlbusch)

   

  Danach Aufbruch Richtung Mittagessen. Den Weg zeigt uns der „Kompass des Kraichgaus“, die Stauferburg Steinsberg, die, von Weitem sichtbar, über Weiler aufragt. Über Hilsbach erreichen wir den traumverlorenen Kreuzbergsee und den neuen Kreuzberghof, in dessen Biergarten wir unter Sonnenschirmen bei einem kühlen (alkoholfreien) Bier den offiziellen Teil der Ausfahrt ausklingen lassen. Wer Lust hat, kann noch weiterfahren nach Neuthard, wo die dortigen Oldtimerkollegen ihr Sommerfest abhalten…

 

  Heiß war’s und schön. Dank an Helga, Uli und alle anderen, die mitgeholfen haben und mitgefahren sind.

(Veröffentlicht am 11. Juli 2019 im Gemeindeblatt St. Leon-Rot)

      

Ausklang am Kreuzbergsee (Foto: Helga)

        

Weitere Fotos von Helga (27) und Joachim (20)
     


  Neu in der Fahrzeuggalerie:

EMW 327/2, Mercedes-Benz 280 SE
     

 

     


   
Ergebnis der Vorstandswahl vom 10. Mai 2019:

Vorsitzender: Edmund Schmitt

stellvertretender Vorsitzender: Ernst Schmitz

Schriftführer: Edmund Schmitt

Kassenwart: Joachim Fahlbusch

Kassenprüfung: Werner Knebel, Hans-Jürgen Odenwald

       


       

Bildquelle: Wikipedia

 

Die Jagd auf den Jaguar

Drama in fünf Akten

von D. K.

 

Prolog

Mein Wunsch nach einem „besonderen Auto“ begann vermutlich schon im Jahr 1959, als ich mit meinen Eltern auf einem Campingplatz in Holland weilte. Ich bestaunte damals die Karossen unserer Zeltnachbarn: rechts – ein schaukelndes Wellblechauto, der damals bei uns noch fast unbekannte Citroën 2CV, und links – sein großer Bruder, ein Citroën 11CV, heute auch als Gangsterlimousine bekannt.

 Jahre später, als Student, wurde mein erstes Gefährt dann auch eine Ente. Meine Freundin Gabi, meine heutige Frau, machte es mir nach. Sie verbrauchte gleich 2 Stück, natürlich nacheinander.

 Neben wichtigeren Gemeinsamkeiten verband uns damals (und so auch noch heute) der Traum vom besonderen Auto. Unsere Folgewagen wählten wir dann auch von Mal zu Mal: schöner, schneller, größer. Fast immer nur Cabrios.

  Doch irgendwann war Schluss, denn wie steigert man sich nach: Käfer Cabrio, Karmann Ghia, Porsche 914, Porsche 924, Mercedes SL usw., ohne über einen heimlichen Goldesel im Keller zu verfügen?

  Ein schwarzes Gangsterauto kauften wir übrigens ganz spontan, so nebenbei, vor über 40 Jahren, von einem französischen Studenten in Mannheim, (dem französischen Freund von Gabis Lehrer-Kollegin), der eine höhere Reparaturrechnung nicht bezahlen konnte. Ich beglich seine Schulden und spendierte ihm außerdem noch das nötige „Kleingeld“ für einen alten, aber fahrtüchtigen VW-Käfer. Lang schlief unser erster Oldtimer hinten in unserer Garage, bis ich dann den gleichen Fehler machte wie etliche andere Oldie-Anfänger: Obwohl fahrtüchtig, schraubte ich ihn fast völlig auseinander -  denn ich wollte ein perfektes Schmuckstück haben. Bis er dann wieder komplettiert und neu lackiert war, vergingen allerdings einige Jahre.

Erster Akt (1983)

An der Adria-Promenade war viel los. Wir schlenderten zwischen Palmen, beobachteten die Leute und genossen die südliche Feriensonne. Die Kinder trotteten gelangweilt hinterher. Ein Knuff in die Seite von unserem damals 11-Jährigen riss mich aus meiner Geruhsamkeit.

„Papa, Papa, schau mal, was für ein toller Sportwagen!“ – „Ist ja gut! – Wo denn?“ – „Dort drüben vor der Eisdiele!“ –  „Ooaooh!“ –  Tatsächlich! Ein Jaguar E, und mitten im Halteverbot! „Kommt schnell, den schauen wir uns mal aus der Nähe an!“

 Den letzten E-Type hatte ich 1975 gesehen. Ein entfernter Cousin meiner Frau fuhr einen wenn er gerade fuhr. Und im Dorf hatte man gemunkelt, sein alter Herr hätte heimlich einen Drehzahlbegrenzer einbauen lassen, damit der Junior das Auto überlebt.

 Im Nu warfen wir unser Tagesprogramm über Bord und die Kinder bekamen nun doch das Eis, das ich ihnen vor Minuten noch abgeschlagen hatte.

 Wir saßen im Eis-Café, musterten verstohlen immer wieder ringsum die Gäste und konnten absolut niemanden finden, der richtig zu dem seltenen Luxus-Geschoss passen könnte. Jedes Mal, wenn jemand zahlte und aufstand, steckten wir die Köpfe zusammen und flüsterten: „Etwa der? – Nein, der bestimmt nicht!“

 Unser Kleiner musste mal. Vom Örtchen zurückkommend schlängelten wir uns gerade durch die Tischgruppen, da sehe ich meine Frau aufgeregt winken. Unser Großer steht schon am Straßenrand. Eben wird der rote 12-Zylinder zum Leben erweckt! Ein Blubbern: bbblubbellubbelub, ein Bellen, ein Quietschen – und – weg ist der Traum. – Alle Gäste schauen ihm nach, dem Jüngling von unserem Nachbartisch mit seiner noch jüngeren Freundin. – Einen Augenblick ist es mäuschenstill, bis eine „Berliner Schnauze“ in die Stille platzt: „Kiek mal an, bestimmt Millionärsjören!! Vatern hat`s ja!“

 „Fräulein! Nochmals das Gleiche!“ – Die Kinder staunen über Vaters Spenderlaune. Aber er will ja nur seine Ruhe haben und träumen und reden. „Das wäre was, so ein Jaguar-E, der würde mir auch gefallen! Ja, kann man so etwas überhaupt noch kaufen? Und wo? Zu welchem Preis? In welchem Zustand? Ich ließe mir den Spaß schon was kosten! Es muss ja nicht immer ein Millionärssohn sein.“

Zweiter Akt

Der letzte Sommerurlaub und der E-Type sind lange vergessen. Den grauen Alltag unterbricht ein Kurzurlaub: „Ostern in London“. Die Briten gefallen uns, uns liegt ihre Mentalität: Tradition und Antiquitäten, Breakfast und Pubs, Queen und Old Castles, Subway und schwarze Taxis und viele Jaguars.

Für den Rückflug brauche ich noch eine Reiselektüre. Schnell erwische ich am Kiosk ein britisches Automagazin: „Classic Cars“. Drinnen liegt eine Sonderbeilage – welche Überraschung – „25 Jahre E-Type“. Im Nu ist das Sommererlebnis wieder präsent. Ich verschlinge das Jubiläumsheft, während des Fluges und tagelang danach. Bald kenne ich fast den ganzen Inhalt auswendig. Ich lasse mir weitere Literatur schicken. Das war ein Wink des Schicksals! Die Jaguar-Sonderbeilage ausgerechnet in dem ersten Classic-Car-Heft meines Lebens. Es muss wohl doch mal ein Jaguar sein.

Dritter Akt

 Der Dollar stand bei 1,80 DM. Das verlockte zum preisgünstigen Urlaub bei der Verwandtschaft in den USA. Alle Gastgeber kannten unseren Spleen und hatten rührend vorgesorgt. Uns entging keine Veranstaltung: Stock-car-racing, Oldtimer-Meeting, Car-Show, Garage-Sale, Flee-Market, Antik-Auktion. Ein Urlaub ganz nach unserem Geschmack. Abgesehen von den langen Fahrstrecken gefiel es sogar unseren beiden Buben. Allerdings habe ich heute noch den Tonfall im Ohr, von den ständigen Fragen unserer Kleinen: „Papa, wann kommen wir denn endlich an?“

 Und dann entdeckten wir das Tollste, und zwar ganz alleine, am Tag vor unserem Rückflug: Da gab es 2 Stunden vor Chicago ein großes Oldtimer-Museum, in dem viele Exemplare mit einem Preisschild versehen waren, also gekauft werden konnten. Da standen Packard, Cord und Bugatti zu astronomischen Preisen. Es gab aber auch Ford, Chevy und Cady aus den 50er und 60er Jahren. Daneben Adenauer-Mercedes, 190 SL, Porsche 356 und natürlich Jaguars, für jede Brieftasche das Passende. Da brauchte man nur zugreifen. Ein Bentley für 25.000 $, ein Ford-T für 8.000 $, ein Big-block-Pontiac-Convertible für nur 3000 $ und dann auch ein Jaguar E Type S1 für 12.000 oder ein Top-E Type S3 für nur 18.000 $.

 Wir drehen fast durch mit den Jaguars und begutachten: Leder, Blech, Verdeck, Boden, Batteriekasten, Ölfleck, Motorklang. Die Gedanken überschlagen sich: Verhandlung, Nachlass, Scheck, Rechnung, Bank, Transport, Container, Schiff, Zoll, Steuer, Versicherung, Garantie, Vertrauen, Verwandtschaft, Laien. Morgen um 17:00 Uhr Abflug vom O'Hare-Flugplatz. Ein Flug für 4 Personen lässt sich schlecht verschieben. Wir müssen schnell entscheiden. Das Risiko wäre groß. Die folgende Nacht ist unruhig und voller Alpträume. Am nächsten Morgen waren wir uns einig und waren echt erleichtert: „Es muss nicht unbedingt in diesem Jahr sein!“

Vierter Akt 

  Wieder daheim. Vier Wochen waren vergangen, doch das Feuer ist nicht mehr zu löschen. Die Telefon-Drähte glühen. Die nächste Telefon-Rechnung kann sich sehen lassen. Dazu kommt ein beruflicher Erfolg. Jetzt sind wir gar nicht mehr zu bremsen. Welch ein Aufwand, die wenigen annoncierten E’s zu besichtigen.  Dann kommt der entscheidende Tipp von einem Jaguar-Händler aus Pforzheim: „Einen E-Type – zur Zeit, leider nein, – aber warum fahren Sie nicht am Wochenende zum Oldtimer-Meeting am Nürburgring? Ich habe morgen das Haus voller Jaguaristen, Teilnehmer der 25-Jahr-Jubiläums-Sternfahrt, auf dem Weg zum Ring. Schauen Sie sich doch dort mal um!“

Samstag:   Beim ersten Hahnenschrei fahren wir los. Der Weg lohnt sich. Stehen da so viele Jaguars, einer neben dem anderen, aufgereiht beim Auto-Becker-Zelt. Und gegenüber noch viel mehr. Und überall stehen Jaguar-Besitzer beisammen – berichten von der Sternfahrt, fachsimpeln über Kühlprobleme und Ersatzteile, verabreden sich zum Scheunenfest in Hühnerbach. – Wir hören zu, wir fragen und diskutieren. Alle sind nett und hilfsbereit. Mehrere Wagen stehen zum Verkauf. Wir prüfen wieder einmal und vergleichen. Ein blauer S1 scheint genau der Richtige zu sein. Wir bemerken zwei weitere Interessenten. Die umstehenden Jaguar-Experten bestätigen unser Urteil. Helmut flüstert: „Fachmännisch restauriert!“, Mike kriecht unterm Wagen hervor und nickt uns zu. Wir merken gar nicht, wie die Zeit vergeht. Es dämmert bereits. Viele JAG‘s sind schon weg. Immer wieder hört man was von Auto-Becker und Jaguar-Fest in Hühnerbach. Plötzlich ist der Platz leer.  – Wir haben Hunger. Wir sind todmüde. Wir suchen ein Quartier. Natürlich ohne Erfolg. Nach der 13. Absage in der Umgebung langt es uns. Wir biegen ab zur Autobahn und rauschen in die nächste Großstadt. Um 23 Uhr in Bonn sind wir fast die einzigen Gäste im Hotel.

 Das Hotelzimmer ist fast überflüssig, denn wir schlafen insgesamt höchstens 3-4 Stunden. Gedanken und Diskussionen halten uns wach. Sollen wir  –  oder sollen wir lieber nicht? Den Blauen, oder doch lieber einen Preisgünstigeren? Um 8 Uhr sind wir fast die Ersten auf dem Jaguar-Parkplatz. Und endlich kommt unser „blauer Verkäufer“. Wir handeln noch einige 1000 DM runter und schlagen dann ganz schnell zu, damit niemand unsere Kreise mehr stört. Das Schild „Zu verkaufen“ verschwindet. In 14 Tagen können wir den Wagen abholen.

 Dann fahren wir gleich heim, noch vor Veranstaltungsende,  – langsam  – schweigend   –  mit schlechtem Gewissen. Ging das nicht alles viel zu schnell? Ich hatte ja mittlerweile viel gelesen und auch oft gehört. E-Types werden spontan gekauft, und die meisten Käufer werden übervorteilt.  –  War das zu spontan?  Wurden wir angeschmiert?

Fünfter Akt

  Ein uns noch völlig unbekannter Jaguarhändler in Hockenheim lieh uns ohne Bedenken rote Nummernschilder zum Überführen des Wagens. Als ich ihn später fragte, ob er sich denn mit dem  Jaguar auskenne und ob er mir eventuell die Zündung einstellen und Spur und Sturz überprüfen könne, kam spontan die Antwort: „Aber sicher, am „E“ kenne ich jede Schraube!“ Und er zeigte uns in seiner Halle den „Lightweight“, den  Roger Mac gerade auf dem Nürburgring beim Rennen gefahren hatte. Nachdem er unsere Errungenschaft begutachtet hatte, kam so ganz von Herzen: „Den hätte ich auch genommen: Serie 1, aber schon mit der 4,2-Liter-Maschine – ursprüngliche Reinkultur in verbesserter Ausgabe. Exzellente Restauration!!  Darf ich den Preis erfahren?  – Das war kein schlechter Kauf, wirklich!!“

 Für uns war die Welt wieder in Ordnung. Und sie blieb es bis zum heutigen Tage.

Es sollte halt doch wirklich ein Jaguar sein.

Epilog

 Und um auf meine frühere Frage zurückzukommen: „Wie steigert man sich, wenn man schon einen Traumwagen besitzt?“ Mehrere Bekannte und neue Freunde, die wir bei den folgenden Jaguar-Treffen kennenlernen durften, gaben uns die Antwort: „JAGUAR steigert man so: Ein Jaguar,  noch ein Jaguar, noch ein Jaguar,   . . . . . .!“

             


Impressionen vom Concours d'élégance 2018

(36 Bilder; Willi)

 

   


Letzenberg-Treff 2018

...witterungsbedingt indoor bei Helga und Uli

(22. Juli)

Fotostrecke (Helga; 19)

Fotos: Helga

       


     

Concours d'Élégance 2017 im Schwetzinger Schlossgarten:
Unsere Clubkameraden Elisabeth und Armin Wittemann im historischen Kostüm
vor ihrem Rochet-Schneider Bj. 1910


Letzte Aktualisierungen:

14.09.2020: Bericht: Tagesfahrt in den Schwarzwald am 6.9.20; Bilder: Helga (48), Willi (18)

18.08.2020: Ankündigung Tagesfahrt in den Schwarzwald; Bugatti-Buch von Horst Schultz

11.01.2020: Veranstaltungskalender 2020

20.12.2019: Bilder von der Weihnachtsfeier (Helga)

08.07.2019: Bericht von der Dreierlei

04./07.07.2019: Bilder von der Dreierlei-Ausfahrt 2019 (30. Juni) (I: Helga, II: Joachim)

24.06.2019: Erweiterung der Fahrzeuggalerie Nr. 11, Nr. 12

11.05.2019: Ergebnis der Vorstandswahl

02.05.2019: Die Jagd auf den Jaguar (Dieter)

19.03.2019: Bilder von den Retro Classics Stuttgart 2019

06.03.2019: Veranstaltungskalender 2019

26.09.2018: Bericht und Bilder von der Voralpentour 2018

02.09.2018: Fotostrecke Concours d'élégance 2018 (36)

27.08.2018: "Letzenberg" 2018 - Bilderstrecke (19)

04.07.2018: Programm der Voralpentour 2018

26.05.2018: Bilder von der Schottlandfahrt

18.05.2018: Bericht von der Schottland-Fahrt 2018

23.04.2018: Bericht Odenwald-Ausfahrt 2018

23.04.2018: Erweiterung der Fahrzeuggalerie - Nr. 10

31.01.2018: Programm Schottland-Fahrt 2018

08.01.2018: Historische Bilder von der Englandfahrt 1997

21.10.2017: Download: Eintrittserklärung / Änderungsmitteilung (doc / docx)

13.09.2017: Aktualisierung der Vereinschronik (hist. Zeitungsartikel)

12.09.2017: Neuer Menüpunkt - Links

12.09.2017: Erweiterung der Fahrzeuggalerie - Nr. 9

11.09.2017: Aktualisierung der Chronik (Bilder)    

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Weitere Bildergalerien, Berichte, Videos sind über die Chronik bzw. das Archiv abrufbar.

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Vatertag 2017: Spontanes Treffen am Elsenzer See